Deklaration der Wiener Integrationskonferenz an die Öffentlichkeit
Die außerordentliche Generalversammlung der Wiener Integrationskonferenz (WIK) im Mai 2009 bekräftigte die Stellung dieser Institution als wichtigstes Instrument einer notwendigen Vernetzung der im Migrationsbereich tätigen Vereine. Vertreter von 170 Wiener Vereinen diskutierten angesichts der aktuellen politischen Lage über Strategien und Lösungsmodelle.
Sie stellten fest, dass der WIK eine sehr wichtige Rolle zukommt, um das gemeinsame Leben aller Menschen in Wien ungeachtet ihrer Herkunft zu gestalten. Die Haltung der Magistratsabteilung 17, die der WIK nach der letzten Generalversammlung in unverständlicher Weise alle Förderungen gestrichen hatte, wurde scharf kritisiert. Diese Handlungsweise der Behörde ist ein demokratiepolitischer Skandal und zielt darauf ab, die wichtigste gemeinsame Infrastruktur der MigrantInnen zu zustören. Weiters wurde festgestellt, dass die Streichung der Subvention den Betroffenen auf sehr arrogante Weise mitgeteilt wurde. Dies negiert die Tatsache völlig, dass die Partizipation der MigrantInnen eine kulturelle Vereichung Wiens darstellt. Wiens Bevölkerung besteht zu einem Drittel aus MigrantInnen. Daher müssten sie entsprechend gefördert werden.
Das oberste Gremium der WIK betrachtete die Vorgansweise der Behörde als eine besondere Herausforderung, die es mit aller Entschlossenheit zu meistern gilt. Eine Niederlage der WIK in dieser Auseinandersetzung wäre für eine erfolgreiche Integration nicht nur schädlich, sondern würde auch unter den MigrantInnen das Gefühl erzeugen, dass sie nicht gleichberechtigte BürgerInnen dieser Stadt sind. Daher wird die WIK mit aller Energie und Kreativität um ihren Fortbestand kämpfen.
Weiters hat die Versammlung beschlossen:
- Ihren Zusammenschluss in der Zukunft zu verstärken und neue Mitglieder zu gewinnen.
- Als überparteiliche Organisation die Interessen von BürgerInnen mit Migrationshintergrund und aller Menschen, die ein demokratisches Zusammenleben wollen, zu vertreten.
- Es wurde festgestellt, dass die Finanzierung einer solchen Organisation selbstverständlich Aufgabe der Gemeinde Wien ist, jedoch die politische Abhängigkeit von Parteien abgelehnt wird. Deshalb ist es notwendig, ein vollständiges Finanzierungskonzept zu erstellen und ein professionelles Fundraising zu starten.
- Es wurden Arbeitsgruppen zu den Themen gegründet:
a) Asyl und Fremdenrecht
b) Bildung, Kultur, Sport und Jugend
c) Medien und Öffentlichkeit
d) Finanzen und Wirtschaft
e) Frauen
f) Statutenreform
- Die Arbeitsgruppen werden ab sofort zusammentreffen und haben sich vorgenommen, bis zur nächsten Generalversammlung im Spätherbst die Stabilisierung der WIK zu garantieren.
Vorstand der Wiener Integrationskonferenz



